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Solar-Lexikon: Die wichtigsten Begriffe rund um Photovoltaik von A–Z

Aktualisiert am 18. Juli 2026 · 19 Minuten Lesezeit

Wer sich zum ersten Mal mit Balkonkraftwerk, Dachanlage oder Stromspeicher beschäftigt, stolpert schnell über eine Wand aus Fachbegriffen: kWp, MPPT, Autarkiegrad, Einspeisevergütung, Bypass-Diode – und plötzlich versteht man den eigenen Angebotsvergleich nicht mehr. Genau hier setzt dieses Lexikon an. Wir erklären dir mehr als 40 zentrale Begriffe rund um Photovoltaik, Stromspeicher und Stromnetz kurz, verständlich und ohne unnötigen Fachjargon – damit du Angebote, Datenblätter und Förderbedingungen souverän einordnen kannst.

Das Wichtigste zuerst:

Dieses Lexikon ist alphabetisch sortiert und für das Nachschlagen gedacht, nicht zum Durchlesen von vorne bis hinten. Am schnellsten findest du einen Begriff mit der Tastenkombination Strg+F (Windows/Linux) bzw. Cmd+F (Mac) – einfach den gesuchten Begriff eintippen und springen. Viele Definitionen verlinken zu ausführlichen Ratgebern, wenn du tiefer einsteigen willst. Und wenn du direkt wissen möchtest, was ein Begriff wie kWp oder spezifischer Ertrag für deinen eigenen Balkon oder dein Dach bedeutet, probiere es einfach im kostenlosen Solar-Simulator aus – dort siehst du die Theorie an echten Zahlen für deinen Standort.

A

Ampere (A)

Ampere ist die physikalische Einheit der elektrischen Stromstärke – sie gibt an, wie viel elektrische Ladung pro Sekunde durch einen Leiter fließt. Im Zusammenhang mit Photovoltaik taucht die Einheit vor allem bei Modul- und Wechselrichter-Datenblättern auf (z. B. „Kurzschlussstrom in A") sowie bei Steckdosen: Eine normale Schuko-Steckdose ist üblicherweise auf 16 Ampere abgesichert, was bei 230 Volt einer maximalen Dauerleistung von rund 3.680 Watt entspricht.

Autarkiegrad

Der Autarkiegrad beschreibt, wie viel Prozent deines gesamten Strombedarfs du selbst durch Photovoltaik – gegebenenfalls unterstützt durch einen Stromspeicher – deckst, ohne Strom aus dem öffentlichen Netz zu beziehen. Ein Balkonkraftwerk ohne Speicher erreicht meist einen Autarkiegrad von etwa 10 bis 20 Prozent, größere Dachanlagen mit Speicher können 50 bis 70 Prozent erreichen. Verwechsle den Autarkiegrad nicht mit der Eigenverbrauchsquote – beide Kennzahlen betrachten das gleiche Thema aus entgegengesetzter Perspektive. Mehr dazu im Ratgeber Stromspeicher für die Heim-Photovoltaik.

Azimut

Der Azimutwinkel beschreibt die horizontale Ausrichtung einer Solaranlage in Bezug auf die Himmelsrichtung. 0° entspricht exakt Süden, negative Werte zeigen Richtung Osten, positive Richtung Westen. Eine Südausrichtung (Azimut 0°) liefert in Deutschland in der Regel den höchsten Jahresertrag, während Ost- oder Westausrichtungen den Ertrag zeitlich anders verteilen. Details und Beispielwerte findest du in unserem Artikel zu Ausrichtung und Neigung von Photovoltaikanlagen.

B

Balkonkraftwerk

Ein Balkonkraftwerk (auch Stecker-Solargerät oder Mini-PV-Anlage genannt) ist eine kleine Photovoltaikanlage aus meist ein bis zwei Modulen, die über eine Steckdose Solarstrom direkt ins Hausnetz einspeist. Seit dem Solarpaket I (November 2024) dürfen Balkonkraftwerke bis zu 800 Watt Wechselrichter-Einspeiseleistung liefern, die Modulleistung darf dabei bis zu 2.000 Wp betragen. Angemeldet werden muss die Anlage nur noch vereinfacht im Marktstammdatenregister – eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber ist nicht mehr erforderlich. Alles Wichtige zur Auswahl liest du im Kaufratgeber Balkonkraftwerk, zu realistischen Erträgen in Balkonkraftwerk-Ertrag richtig einschätzen und speziell für Mieter in Balkonkraftwerk in der Mietwohnung.

Bifazial

Bifaziale Module können Sonnenlicht sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite in Strom umwandeln. Dadurch nutzen sie zusätzlich Licht, das vom Untergrund reflektiert wird (Albedo) – besonders effektiv bei heller Fläche, aufgeständerter Montage oder Schnee. Der Mehrertrag gegenüber einem klassischen, einseitigen Modul liegt je nach Montageart und Untergrund meist im Bereich von wenigen Prozent bis rund 10 Prozent.

Bypass-Diode

Eine Bypass-Diode ist ein kleines elektronisches Bauteil in der Anschlussdose eines Solarmoduls. Wird ein Teil des Moduls verschattet (z. B. durch einen Schornstein oder ein Blatt), leitet die Bypass-Diode den Strom um die betroffenen Zellen herum. Ohne diesen Schutz könnten verschattete Zellen zu sogenannten Hot Spots werden, sich stark erhitzen und dauerhaft beschädigt werden.

C

CO₂-Faktor

Der CO₂-Faktor gibt an, wie viel Kohlendioxid bei der Erzeugung einer Kilowattstunde Strom im deutschen Strommix ausgestoßen wird. Aktuell liegt dieser Wert bei rund 0,38 bis 0,40 kg CO₂ pro kWh, Tendenz durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien langsam sinkend. Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage verursacht im laufenden Betrieb praktisch keine CO₂-Emissionen mehr, weshalb Eigenverbrauch zusätzlich zur Kostenersparnis auch eine klimafreundliche Wirkung hat.

D

Degradation

Mit Degradation wird der natürliche, langsame Leistungsverlust von Solarmodulen über die Jahre bezeichnet. Typische Werte liegen bei etwa 0,4 bis 0,6 Prozent Leistungsverlust pro Jahr. Hersteller geben deshalb üblicherweise eine Leistungsgarantie, nach der ein Modul nach 25 Betriebsjahren noch rund 80 bis 87 Prozent seiner ursprünglichen Nennleistung erreichen soll.

Drosselung

Drosselung bezeichnet die technische oder regulatorische Begrenzung der eingespeisten Leistung einer Solaranlage. Bekanntestes Beispiel ist die 800-Watt-Grenze für Balkonkraftwerke: Auch wenn die Module theoretisch mehr leisten könnten, begrenzt der Wechselrichter die Einspeisung fest auf diesen Wert. Bei größeren Dachanlagen kann eine Drosselung außerdem netzseitig vorgeschrieben sein, um das Stromnetz vor Überlastung an sehr sonnenreichen Tagen zu schützen. Mehr zum Zusammenhang mit der Vergütung in Einspeisevergütung erklärt.

E

Eigenverbrauch(squote)

Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms direkt im eigenen Haushalt verbraucht wird, statt ins öffentliche Netz eingespeist zu werden. Da Netzstrom deutlich teurer ist als die eigene Erzeugung, lohnt es sich meist, den Eigenverbrauch möglichst hoch zu halten – etwa durch zeitliche Verlagerung von Waschmaschine, Geschirrspüler oder Wallbox in die Sonnenstunden. Konkrete Strategien findest du in Eigenverbrauch erhöhen: So klappt's.

EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt in Deutschland unter anderem die Förderung von Solarstrom, den Anspruch auf Netzanschluss und die Höhe der Einspeisevergütung für neu installierte Anlagen. Die Regelungen werden regelmäßig angepasst, weshalb aktuelle Vergütungssätze und Fristen im Einzelfall geprüft werden sollten. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung. Einen Überblick zu Fördermöglichkeiten gibt der Ratgeber Förderung für Photovoltaik.

Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung ist ein fester Betrag pro eingespeister Kilowattstunde, den Betreiber einer Solaranlage über einen gesetzlich festgelegten Zeitraum (üblicherweise 20 Jahre) vom Netzbetreiber erhalten. Die Höhe hängt von Anlagengröße und Inbetriebnahmezeitpunkt ab und liegt inzwischen deutlich unter dem Strompreis, weshalb ein hoher Eigenverbrauch meist wirtschaftlich attraktiver ist als reine Einspeisung. Ausführlich erklärt in Einspeisevergütung: Aktuelle Sätze und Hintergründe.

G

Grundlast

Die Grundlast ist der Stromverbrauch, der in einem Haushalt rund um die Uhr anfällt – auch nachts oder im Urlaub. Dazu zählen etwa Kühlschrank, Router, Heizungssteuerung oder Standby-Geräte. Eine unerwartet hohe Grundlast ist häufig ein Zeichen für versteckte Dauerverbraucher und lässt sich mit einer systematischen Messung aufspüren, wie im Wissensartikel Grundlast messen und optimieren beschrieben.

Gleichstrom / Wechselstrom

Solarmodule erzeugen Gleichstrom (DC – Direct Current), bei dem die elektrische Ladung immer in eine Richtung fließt. Das öffentliche Stromnetz und die meisten Haushaltsgeräte arbeiten dagegen mit Wechselstrom (AC – Alternating Current), bei dem die Fließrichtung mehrmals pro Sekunde wechselt. Die Umwandlung von Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom übernimmt der Wechselrichter – ohne ihn könnte eine Solaranlage keinen nutzbaren Strom liefern.

H

Hoymiles / Mikrowechselrichter

Hoymiles ist einer der bekanntesten Hersteller von Mikrowechselrichtern, die vor allem in Balkonkraftwerken zum Einsatz kommen; weitere verbreitete Hersteller sind unter anderem Deye, APsystems und Enphase. Ein Mikrowechselrichter wird direkt an ein einzelnes Modul (oder ein kleines Modulpaar) angeschlossen und wandelt dessen Gleichstrom unmittelbar am Modul in Wechselstrom um. Das hat den Vorteil, dass eine Verschattung an einem Modul die Leistung der anderen Module nicht beeinträchtigt – anders als bei einem klassischen String-Wechselrichter. Mehr Auswahlkriterien im Kaufratgeber Balkonkraftwerk.

I

Inselanlage

Eine Inselanlage (Off-Grid-Anlage) ist eine Photovoltaikanlage, die nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist. Sie versorgt sich vollständig selbst und benötigt deshalb zwingend einen ausreichend dimensionierten Stromspeicher, um auch nachts oder an bewölkten Tagen Strom liefern zu können. Typische Anwendungsfälle sind Gartenhäuser, Wohnmobile, Boote oder abgelegene Hütten ohne Netzanschluss. Für Haushalte mit Netzanschluss ist dagegen fast immer eine netzgekoppelte Anlage mit Einspeisemöglichkeit sinnvoller.

K

Kilowattpeak (kWp)

Kilowattpeak ist die Maßeinheit für die Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter genormten Testbedingungen (Standard Test Conditions: 1.000 Watt pro Quadratmeter Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur). Diese Leistung wird in der Praxis nur selten exakt erreicht, da reale Bedingungen meist von den Testbedingungen abweichen. Die kWp-Angabe dient trotzdem als wichtige Vergleichsgröße zwischen Anlagen unterschiedlicher Größe.

Kilowattstunde (kWh)

Die Kilowattstunde ist die gebräuchliche Einheit für elektrische Energie und die Grundlage jeder Stromrechnung. Sie beschreibt, wie viel Energie ein Verbraucher mit einer Leistung von 1 Kilowatt in einer Stunde benötigt (oder eine Solaranlage erzeugt). Typische Richtwerte zum jährlichen Verbrauch verschiedener Haushaltsgrößen findest du in Stromverbrauch im Haushalt: Richtwerte im Überblick.

L

Lastprofil (H0)

Das Standardlastprofil H0 ist ein statistisches Muster, mit dem Netzbetreiber und Stromanbieter den typischen Verbrauchsverlauf eines Haushalts über Tag und Jahr abschätzen, solange kein registrierender Smart Meter mit viertelstündlicher Messung vorhanden ist. Es bildet unter anderem höheren Verbrauch am Abend und in der Heizsaison ab. Wer seine tatsächliche Grundlast und sein reales Verbrauchsprofil kennt, kann Solaranlage und Speicher gezielter dimensionieren – siehe Grundlast messen und optimieren.

LFP-Akku

LFP steht für Lithium-Eisenphosphat, eine Batteriechemie, die sich bei Stromspeichern für Zuhause weitgehend durchgesetzt hat. Gegenüber älteren Lithium-Ionen-Chemien gilt LFP als thermisch stabiler, langlebiger (oft mehrere tausend Ladezyklen) und enthält kein Kobalt. Details zur Auswahl und Wirtschaftlichkeit eines Heimspeichers findest du im Ratgeber Stromspeicher für die Heim-Photovoltaik sowie speziell für kleine Systeme in Balkonkraftwerk mit Speicher – lohnt sich das?

M

Marktstammdatenregister (MaStR)

Das Marktstammdatenregister ist ein öffentliches Register der Bundesnetzagentur, in dem alle Stromerzeugungsanlagen in Deutschland – von der Solar-Dachanlage bis zum Balkonkraftwerk – gemeldet werden müssen. Für Balkonkraftwerke ist die Anmeldung inzwischen stark vereinfacht und in wenigen Minuten online möglich, eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Vergleich zur MaStR-Anmeldung.

MPPT (Maximum Power Point Tracking)

MPPT ist eine Regelungstechnik im Wechselrichter, die fortlaufend die optimale Kombination aus Spannung und Stromstärke sucht, um bei wechselnden Licht- und Temperaturbedingungen stets die maximal mögliche Leistung aus den Modulen herauszuholen. Moderne Wechselrichter besitzen häufig mehrere unabhängige MPP-Tracker, sodass zum Beispiel zwei unterschiedlich ausgerichtete Modulstrings jeweils optimal geregelt werden können.

Modulwirkungsgrad

Der Modulwirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der auftreffenden Sonnenenergie ein Solarmodul in nutzbaren Strom umwandelt. Aktuelle Module erreichen meist Wirkungsgrade zwischen etwa 19 und 22 Prozent, Spitzenmodelle mit Technologien wie TOPCon liegen teils noch etwas darüber. Ein höherer Wirkungsgrad bedeutet mehr Leistung auf gleicher Fläche – relevant vor allem bei begrenztem Platzangebot auf Balkon oder Dach.

Monokristallin

Monokristalline Module bestehen aus Siliziumzellen, die aus einem einzigen, durchgehenden Kristall geschnitten werden. Sie erkennt man an der gleichmäßig dunklen, oft schwarzen Optik und erreichen im Vergleich zu älteren polykristallinen Modulen einen höheren Wirkungsgrad. Nahezu alle aktuell verkauften Module – auch mit PERC- oder TOPCon-Zelltechnologie – basieren heute auf monokristallinem Silizium.

N

Neigungswinkel

Der Neigungswinkel beschreibt, wie stark ein Solarmodul gegenüber der Horizontalen geneigt montiert ist. In Deutschland gilt ein Neigungswinkel von etwa 30 bis 35 Grad in Kombination mit Südausrichtung als optimal für den höchsten Jahresertrag. Flachere oder steilere Winkel liefern in der Regel etwas weniger Ertrag, verschieben ihn aber teils zugunsten von Sommer oder Winter. Ausführlich mit Vergleichswerten in Ausrichtung und Neigung von Photovoltaikanlagen.

Netzeinspeisung

Netzeinspeisung bezeichnet das Einspeisen von überschüssigem Solarstrom, der nicht selbst verbraucht wird, in das öffentliche Stromnetz. Für eingespeisten Strom erhalten Anlagenbetreiber in der Regel eine Einspeisevergütung, sofern die Anlage entsprechend angemeldet und ausgestattet ist. Bei Balkonkraftwerken erfolgt die Einspeisung meist automatisch über eine normale Steckdose, ohne separaten Einspeisezähler für kleine Vergütungsbeträge.

Nulleinspeisung

Nulleinspeisung bezeichnet eine technische Einstellung oder Regelung, bei der eine Solaranlage bewusst keinen Strom ins öffentliche Netz einspeist – der erzeugte Strom wird ausschließlich für den Eigenverbrauch genutzt oder bei Überschuss abgeregelt. Dies kann etwa bei fehlender Einspeisegenehmigung, bestimmten Netzanschlussbedingungen oder aus bewusster Entscheidung des Betreibers vorkommen. Hintergründe zum Zusammenspiel mit der Vergütung in Einspeisevergütung erklärt.

P

PERC (Passivated Emitter and Rear Cell)

PERC ist eine Zelltechnologie, bei der eine zusätzliche reflektierende Schicht auf der Zellrückseite nicht genutztes Licht zurück in die Zelle spiegelt und so den Wirkungsgrad gegenüber älteren Standardzellen erhöht. PERC-Module gehören seit einigen Jahren zum Marktstandard, werden inzwischen aber zunehmend von der noch effizienteren TOPCon-Technologie ergänzt oder abgelöst.

Peakleistung

Peakleistung ist ein anderer Ausdruck für die Nennleistung eines Solarmoduls oder einer Anlage in Watt-Peak beziehungsweise Kilowattpeak – also die unter Standardtestbedingungen gemessene maximale Leistung. Der Begriff wird häufig synonym zu „kWp" oder „Wp" verwendet.

R

Redispatch

Redispatch bezeichnet Eingriffe der Netzbetreiber, mit denen die Einspeisung von Kraftwerken – zunehmend auch von größeren Solar- und Windparks – angepasst wird, um Engpässe im Stromnetz zu vermeiden. Für private Balkonkraftwerke oder normale Dachanlagen spielt Redispatch praktisch keine Rolle, ist aber ein Begriff, der im Zusammenhang mit Netzstabilität und dem Ausbau erneuerbarer Energien immer wieder auftaucht.

S

Schuko-/Wieland-Stecker

Balkonkraftwerke werden in Deutschland überwiegend über einen normalen Schuko-Stecker (die übliche Haushaltssteckdose) angeschlossen; dies ist inzwischen allgemein anerkannte Praxis. Manche Installateure, Vermieter oder Versicherer empfehlen oder verlangen zusätzlich einen speziellen Wieland-Stecker, der als noch berührungssicherer gilt. Welche Variante sinnvoll oder erforderlich ist, hängt vom Einzelfall ab – Details im Kaufratgeber Balkonkraftwerk.

Smart Meter

Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) ist ein digitaler Stromzähler mit Kommunikationsmodul, der Verbrauchs- und Einspeisewerte in kurzen Intervallen (oft viertelstündlich) erfasst und übermitteln kann. Er ist Voraussetzung für dynamische Stromtarife, bei denen der Preis stundenweise mit der Börse schwankt. Mehr dazu im Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen.

Speicher(kapazität)

Die Speicherkapazität eines Stromspeichers gibt an, wie viel elektrische Energie in Kilowattstunden er aufnehmen kann. Dabei wird zwischen Nennkapazität (technisch maximal möglich) und nutzbarer Kapazität (tatsächlich entnehmbare Energie, meist etwas geringer) unterschieden. Wie groß ein Speicher sinnvollerweise ausfallen sollte und ob sich die Anschaffung überhaupt lohnt, erklärt der Ratgeber Stromspeicher für die Heim-Photovoltaik.

Spezifischer Ertrag

Der spezifische Ertrag beschreibt, wie viel Kilowattstunden Strom eine Anlage pro installiertem Kilowattpeak und Jahr liefert (kWh/kWp) – eine wichtige, größenunabhängige Vergleichsgröße. In Deutschland liegen realistische Werte bei Südausrichtung und optimalem Neigungswinkel bei rund 950 kWh/kWp, bei Ost-/Westausrichtung bei etwa 800 bis 850 kWh/kWp und in Norddeutschland eher bei rund 550 kWh/kWp, abhängig von Standort und Verschattung. Rechenbeispiele findest du in Balkonkraftwerk-Ertrag richtig einschätzen und Ausrichtung und Neigung von Photovoltaikanlagen.

String

Ein String ist eine Reihe von Solarmodulen, die elektrisch in Serie geschaltet sind und gemeinsam an einem Eingang (MPP-Tracker) eines String-Wechselrichters hängen. Der Nachteil: Wird ein Modul im String stark verschattet, kann das die Leistung des gesamten Strings spürbar mindern – ein Effekt, den Mikrowechselrichter oder zusätzliche Bypass-Dioden abmildern.

T

TOPCon (Tunnel Oxide Passivated Contact)

TOPCon ist eine vergleichsweise neue Zelltechnologie, die durch eine zusätzliche, extrem dünne Oxidschicht Ladungsverluste an der Zelloberfläche reduziert und dadurch höhere Wirkungsgrade als klassische PERC-Zellen erreicht. Module mit TOPCon-Zellen gelten aktuell als eine der effizientesten am Markt verfügbaren Technologien für Dach- und Balkonanlagen.

Temperaturkoeffizient

Der Temperaturkoeffizient gibt an, um wie viel Prozent die Leistung eines Moduls je Grad Celsius sinkt, sobald die Zelltemperatur über die Referenztemperatur von 25 °C steigt. Typische Werte liegen bei etwa −0,3 bis −0,4 Prozent pro Grad. An heißen Sommertagen können Module dadurch spürbar weniger leisten, als ihre kWp-Angabe vermuten lässt, obwohl die Einstrahlung stark ist.

V

Volllaststunden

Volllaststunden geben rechnerisch an, wie viele Stunden im Jahr eine Anlage bei Nennleistung laufen müsste, um den tatsächlichen Jahresertrag zu erreichen. Sie ergeben sich aus dem spezifischen Ertrag (kWh/kWp) und werden in kWh/kWp bzw. Stunden angegeben. In Deutschland liegen realistische Volllaststundenwerte für Photovoltaik – je nach Standort und Ausrichtung – meist zwischen rund 550 und 950 Stunden pro Jahr. Mehr Hintergrund in Balkonkraftwerk-Ertrag richtig einschätzen.

W

Wallbox

Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation für Elektroautos, die im Vergleich zur normalen Haushaltssteckdose schneller, sicherer und meist auch steuerbar lädt. In Kombination mit einer eigenen Solaranlage lässt sich das Laden gezielt in sonnenreiche Stunden legen und so ein deutlich höherer Anteil Eigenverbrauch erzielen. Ausführlich im Ratgeber Wallbox mit Solarstrom laden.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe gewinnt Heizenergie überwiegend aus der Umgebung (Luft, Erde oder Grundwasser) und benötigt dafür elektrischen Strom als Antriebsenergie. Da sie zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt zählt, lohnt sich häufig die Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage und – wo sinnvoll – einem Speicher, um einen möglichst großen Teil des Heizstroms selbst zu erzeugen. Details in Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren.

Wechselrichter

Der Wechselrichter ist das zentrale Steuerungsbauteil jeder Solaranlage: Er wandelt den von den Modulen erzeugten Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom um und übernimmt zugleich Aufgaben wie MPP-Tracking, Sicherheitsabschaltung und Ertragsüberwachung. Es gibt ihn als klassischen String-Wechselrichter, als kleinen Mikrowechselrichter pro Modul oder als Hybrid-Wechselrichter mit integrierter Speicheranbindung. Mehr zur Anlagenplanung in Lohnt sich eine Photovoltaik-Dachanlage?

Wirkungsgrad

Wirkungsgrad ist ein allgemeiner technischer Begriff für das Verhältnis von nutzbarer Ausgangsleistung zu eingesetzter Energie. Im Solarkontext wird er auf verschiedenen Ebenen verwendet: als Modulwirkungsgrad (Umwandlung von Sonnenlicht in Gleichstrom), als Wechselrichter-Wirkungsgrad (Umwandlung von Gleich- in Wechselstrom, meist über 95 Prozent) und als Performance Ratio der Gesamtanlage, die zusätzlich Verluste durch Verkabelung, Temperatur und Verschmutzung berücksichtigt.

Wp / Watt-Peak

Watt-Peak (Wp) ist die kleinere Schwesterangabe zu Kilowattpeak und bezeichnet die Nennleistung eines einzelnen Solarmoduls unter Standardtestbedingungen – etwa „430 Wp" für ein aktuelles Modul. Die Summe der Wp-Werte aller Module ergibt, in Kilowatt umgerechnet, die kWp-Leistung der Gesamtanlage.

Z

Zählerarten (Ferraris/Digital/Smart)

In deutschen Haushalten sind drei Zählertypen verbreitet: Der klassische Ferraris-Zähler ist ein rein mechanischer, analoger Zähler mit einer sich drehenden Scheibe – er kann Einspeisung meist nicht korrekt erfassen und wird deshalb schrittweise ersetzt. Der digitale Zähler zeigt Verbrauchswerte elektronisch an, ohne Kommunikationsfunktion. Der Smart Meter (intelligentes Messsystem) ergänzt die digitale Messung um ein Kommunikationsmodul, das Verbrauchs- und Einspeisedaten in kurzen Intervallen überträgt – Voraussetzung für dynamische Tarife und oft auch für die korrekte Abrechnung von Einspeisevergütung. Mehr zu den Konsequenzen für deinen Tarif in Dynamische Stromtarife im Vergleich und zur Anmeldung deiner Anlage im Vergleich zur MaStR-Anmeldung.

Fazit

Die Fachsprache rund um Photovoltaik wirkt zunächst komplizierter, als sie ist – die meisten Begriffe lassen sich auf wenige wiederkehrende Grundprinzipien zurückführen: Wie viel Leistung hat die Anlage (kWp/Wp), wie viel Ertrag bringt sie tatsächlich (spezifischer Ertrag, Volllaststunden), wie viel davon nutzt du selbst (Eigenverbrauch, Autarkiegrad) und was passiert mit dem Rest (Netzeinspeisung, Einspeisevergütung). Speichere dir dieses Lexikon als Nachschlagewerk und kehre einfach zurück, sobald du beim nächsten Angebot oder Datenblatt über einen unbekannten Begriff stolperst. Wenn du das neu gelernte Vokabular direkt an deinem eigenen Standort ausprobieren möchtest, rechne mit dem kostenlosen Solar-Simulator unverbindlich durch, welcher Ertrag, welche Eigenverbrauchsquote und welche Ersparnis für dein Dach oder deinen Balkon realistisch sind.